Wenn die Wohnung oder das Haus einmal fertig gebaut ist, sind die Möglichkeiten für die Inneneinrichtung bereits vorgegeben. Von da an ist es schwer, noch einmal große Veränderungen, vor allem baulicher Natur, vorzunehmen. Deshalb muss man sich von Anfang an klar sein, dass die Auswahl und die Gestaltungsfreiheit in diesem Fall bereits eingeschränkt sind.
Das ist nun weder positiv noch negativ wertend gemeint, denn es gibt architektonisch fantastische und aufregende Häuser, die einen von außen vor Ehrfurcht vor dieser Großleistung erstarren lassen. Das sagt aber noch lange nichts über den Innenraum aus, dem dann oftmals durch übertriebene äußere Formen und Konstruktionen vollkommen die Funktionalität genommen wurde.
Andererseits gibt es Fertig-Einfamilienhäuser, die von außen kaum von Originalität oder Individualismus zeugen, innen aber aufgrund von strukturierter und stark funktionalitätsbeeinflusster Aufteilung ein wahrer Spielplatz für Innenarchitekten sind.
Der äußere Eindruck verrät auch hier, wie so oft im Leben, meist nur sehr wenig über das Innenleben.
Daraus folgt eben, dass man sich hier wirklich austoben kann und alles, so weit dies natürlich räumlich möglich ist, nach seinem Gutdünken mit kompletter Narrenfreiheit gestalten kann.
Etwaige Mitbewohner oder Lebenspartner sollte man der Harmonie halber aber vielleicht doch konsultieren.
Doch das herrliche an der Inneneinrichtung, im Gegensatz zum Bau des Hauses selber, ist es, dass man sie vergleichsweise kostengünstig und mit relativ wenig Aufwand zu jedem beliebigen Zeitpunkt komplett auswechseln und seinen Wohnraum somit neu erfinden kann.
Auch wenn das eigentlich jedem klar ist, schrecken doch zu viele vor der Veränderung zurück und genießen nicht den Luxus der kompletten Entscheidungsfreiheit, den die eigenen vier Wände bieten. Eine große, aber dann leider vertane Chance.
Wichtig ist es aber auch, sich trotz der großen Freiheit, jeder Entscheidung mit Vorsicht zu nähern, denn Budget und andere Fragen der Realisierbarkeit spielen eine wichtige Rolle. Es wäre schließlich schade, wäre die Wohnung nur zur Hälfte perfekt eingerichtet, während die andere Hälfte brach dar liegt, weil die perfekte Einrichtung leider die veranschlagten beziehungsweise verfügbaren Geldmittel bereits zur Halbzeit verschlungen hat.
Nicht zuletzt deshalb ist eine umfangreiche und voraussichtige Planung und Einteilung notwendig, zu der es zu erst jede Menge Informationen und, freilich je nach Typ, der man ist, vielleicht auch Meinungen von Freunden, Bekannten und Experten einzuholen gilt.
Doch seien Sie an dieser Stelle gewarnt, nur weil ein Innenarchitekt etwas für toll, chic und Avantgarde hält, heißt das noch lange nicht, dass es für Sie das Richtige ist.
Lassen Sie sich, gerade wenn es um den eigenen Lebensbereich geht, auf keinen Fall eine Entscheidung aufzwängen oder –schwatzen, denn Sie, und nicht ihr In-Designer, müssen dann in der Kreation leben. Finden Sie ihren Stil.
Ein Innenarchitekt, egal wie teuer und „angesagt“ er ist, ist Ihr Helfer, Ihr Untergebener. Er hat sich nach Ihren Wünschen, Vorstellungen und Bedürfnissen zu richten, nicht umgekehrt.
Treffen Sie ihre Entscheidungen mit Mut, Vorsicht und Weitblick, dann wird sicher alles Ihren Idealvorstellungen entsprechen.