Stein, Marmor und Künstliches

Nicht ganz eine eigene Kategorie, aber auch zu wichtig und eigenständig, um sie unter Fliesen zu subsumieren, sind Steinböden.
Für Boden, abgesehen von Naturstein oder ähnlichem, der aber aufgrund seiner meist eher groben Struktur und Oberfläche nur für Garten und Einfahrten verwendet wird, ist vor allem Marmor von Bedeutung.
Zwar ein sehr teurer, aber (auch) deswegen sehr, sehr exklusiver Bodenbelag. Marmor ist, geologisch gesagt, metamorphosierter Kalkstein.
Er ist in vielen unterschiedlichen Farbvarianten zu haben, von Schwarz bis Rot oder auch Weiß, und sieht auch aufgrund seiner Maserung sehr gut aus, dazu erkennt man Marmor sofort. (Für alle, die damit auch etwas subtil protzen wollen.)
Besonders beliebt, für die High-Society nicht mehr wegzudenken, ist gerade italienischer Marmor, wobei dies aber eher ein Kunstbegriff und möglicherweise auch mehr zu angeberischen Zwecken fallen gelassen wird. Meist ist damit Bardiglio oder Cipollino Damascato gemeint, außerdem gibt es aber auch sehr schönen, edlen und ebenso hochwertigen Marmor aus Portugal, der Türkei und Griechenland und sogar aus Deutschland. Wobei dies selbstverständlich keine taxative Aufzählung ist.
Die Vorteile sind ähnlich wie beim Fliesenboden, nur dass Marmor, er wird in möglichst großen Platten verlegt, einigermaßen anfällig für Brüche ist und solch eine Platte auszutauschen, entspricht preislich mehreren Monatsmieten. Dazu kommt, dass die neue Platte nicht mehr gleich aussieht wie die alten, da Marmor, sehr langsam aber doch, verwest und damit seine Farbe ändert. Zumeist verliert er auch etwas von seinem Glanz, wodurch öfter ein Komplettaustausch nötig wäre, was sich aber äußerst kostenintensiv gestaltet.
Aber wer es ich leisten kann, der strahlt zumeist vor Zufriedenheit mit seinem Boden um die Wette.

Nun zu etwas Flauschigerem. Teppichböden sind weich.
Nicht einmal das kann man verallgemeinernd sagen, das hängt nämlich von ihrer Dicke und dem Material ab.
Was ich damit sagen will, ist, dass es extrem viele Spielarten und Preisniveaus bei Teppichen gibt. Die klassischen Teppichböden, die geklebt werden, sind meist einfärbig, wieder verweise ich auf den persönlichen Geschmack, oben gesagtes gilt.
Meist recht kostengünstig, doch sparen sie nicht beim Teppichleger, Falten bekommt man nie mehr weg, aber dafür ist der Belag alles andere als fleckresistent. Deswegen muss man öfter zum Schaumreiniger greifen, will man den Boden nicht ganz auswechseln und das kann mühsam sein.
Dazu gibt es natürlich Teppiche, die man einfach hinlegt. Die sind schnell wieder entfernt und können sehr nette Akzente setzen, Gegenstände betonen und Räumen einen ganz eigenen Charme geben. Preislich, farblich und von Mustern her sind Teppichen keine Grenzen gesetzt, deshalb ist eine weitere Behandlung dieses Themas eher müßig. Angemerkt sei nur noch, dass wertvolle Teppiche auch als ein sehr stilvoller Wandschmuck Verwendung finden.

Aber gehen wir nun lieber zu gelegten Böden über.
Da Fliesen bereits abgehandelt wurden, bleiben nur noch die zwei Großgruppen Kunststoff- und Holzböden.
Zu ersteren, also Kunststoffböden, ist zu sagen, dass sie extrem funktionell sind. Quasi abwaschbar, absolut schmutzresistent und unglaublich günstig. Der Haken ist nur, dass sie von so viel Stil zeugen, wie Glockenhosen und Buffalos. Sollten diese fast antiken Trends Ihnen unbekannt sein, lassen Sie sich versichern, sie sind wirklich stillos. Das ist eben das größte Manko von Kunststoffbelegen als Böden, Linoleum und Co sollten in Turnsälen verbannt bleiben.
Dazwischen gibt es einen, wenn auch nur optischen, Chimären, das Laminat.
Laminatböden bestehen aus mehreren, übereinander gepressten Kunststoffschichten (oft zusätzlich mit Holzfaserstoffen vermengt) und sind auch mit Maserungen, um wie Holz anzumuten, erhältlich. Auf jeden Fall sind sie vom Auge her größere Sympathieträger, reichen aber trotzdem nicht an Holz heran.